Economy of Care - ein erweitertes Wirtschaftsverständnis

Eine Gesellschaft lebt nicht nur von dem, was sie herstellt, sondern auch von dem, was sie bewusst erhält und pflegt. Warum unser Wirtschaftsverständnis zu eng ist.

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Eine Erweiterung unseres Wirtschaftsverständnisses

Wenn wir heute von Wirtschaft sprechen, denken wir meist an Produktion, Industrie und Wachstum. Dieses Verständnis ist nicht falsch – aber unvollständig.

Denn eine Gesellschaft lebt nicht nur von dem, was sie herstellt, sondern auch von dem, was sie bewusst erhält und pflegt!

Neben der technischen Wirtschaft braucht es zwei weitere, eigenständige Wirtschaftsbereiche: die natürliche Wirtschaft und die humane Wirtschaft.

Die natürliche Wirtschaft sorgt für unsere Lebensgrundlagen: fruchtbare Böden, sauberes Wasser, Wälder, Luft, Energie. Ihr „Ertrag“ ist Stabilität und Zukunftsfähigkeit – nicht Profit.

Die humane Wirtschaft sorgt für den Menschen selbst und stellt die Entwicklung des Menschen in den Mittelpunkt: (Selbst-)Fürsorge, Bildung, Gesundheit, Beziehung, existenzielle Sicherheit. Sie ist hochproduktiv, auch wenn sie naturgemäß keine Waren hervorbringt. Sie sorgt für hochentwickelte verwurzelte und gebildete Menschen. Sie sorgt dafür, dass sich jedes Menschenkind bestmöglich nach seinen Fähigkeiten entwickeln und einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann.


Beide Wirtschaftsbereiche wurden lange stiefmütterlich als lästiges, soziales Anhängsel seitens der Produktwirtschaft behandelt – als Kosten, die man sich nur leisten kann, wenn die Produktwirtschaft ein hohes BIP abwirft. Heute sehen wir: Ohne diese beiden Bereiche gerät alles aus dem Gleichgewicht, sobald die Produktwirtschaft schwankt.

Die Economy of Care rückt diese beiden Wirtschaftsbereiche an den ihnen gebührenden Platz. Sie fragt, wie wir die Bedürfnisse von Natur und Mensch so berücksichtigen können, dass sie nicht verbraucht, sondern gestärkt werden.

Dieser Blog ist eine Einladung, Wirtschaft wieder vom Leben her zu denken – klar, bürgernah und mit dem Mut, neu zu unterscheiden.

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